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Ist ein Ausweichen vor dem Gewitter nicht mehr möglich, kann man oder sie ein paar Grundregeln
beachten, um der Gefahr eines direkten Blitzeinschlages zu entgehen oder diese zumindest zu
reduzieren.

Eine Blitzkugel mit 20 m Radius ( LPL 1 ) wird mit 99 %-iger Wahrscheinlichkeit nicht in den
unten schraffierten Schutzbereich einschlagen.
In Kauerstellung mit geschlossenen Füßen und 6 m Abstand von der Wand schafft man für sich
eine entsprechende Schutzzone.
Bei mehreren Personen ist es außerordentlich vorteilhaft, sich auf eine Aluminiumfolie zu hocken,
um eine Äquipotentialfläche zu schaffen, also einen Potenzialausgleich, um gefährliche
Schrittspannungen " kurzzuschließen".



Übrigens findet man auch unter einer Hochspannungsleitung einen idealen Schutzbereich.
Auch hier ist zu beachten : geschlossene Füße und ein genügend großer Abstand zum Mast.

Eiche da weiche, Buche da suche
Dieser volkstümliche Spruch sollte schnell vergessen werden !
Der Blitz bevorzugt die Baumspitze - egal ob Buche oder Eiche - als Punkt des Einschlages.
Da der Baum ein schlechter elektrischer Leiter ist, kommt es darunter zu nachfolgenden Entladungen,
weil eine hohe Spannung längs dieses Leiters abfällt.
Je näher sich ein Mensch oder Tier zum Baum befindet, um so größer ist die Schrittspannung
je Längeneinheit und um so größer ist die Gefahr eines Stromdurchflusses durch den
Körper.



Wie kann man sich in Höhlen vor Blitzeinschlägen schützen ?
Je näher sich die Höhlendecke zum Blitzeinschlagpunkt befindet, um so größer sind die
Teilblitzströme an der Decke und um so größer ist die Wahrscheinlichkeit eines
Spannungsüberschlages zu einer Person oder zu einem Tier.
Man sollte also immer versuchen, Schutz in tiefer liegenden Bergregionen zu suchen.

Läßt sich ein Gewitterbiwak nicht vermeiden, sollte auch hier ein Aluminium - Überlebenssack
zur Standardausrüstung gehören.
Flach liegend auf dem Höhlenboden schafft man in diesem Sack eine Äquipotenzialfläche
- eine Spannungsfläche ohne Spannungsunterschiede und demzufolge ohne Spannungsüberschläge.
Das Berühren der Höhlenwand - oder Decke muß unbedingt vermieden werden.



Noch ein Hinweis zu dem erwähnten Aluminium - Überlebenssack :
In einen solchen Sack muß ein direketer Blitzeinschlag unbedingt vermieden werden !
Das Durchschmelzen der dünnen Aluminiumhaut und tödliche Verbrennungen sind die unbedingte
Folge.
Dieser Überlebenssack kann wertvolle Hilfe leisten, ist aber bei Gewitter überlegt einzusetzen.

Daß ein Objekt, ein Gebäude oder ein solcher Aluminiumsack den Blitz " anzieht "
ist eine oft verbreitete Meinung, ist jedoch nicht zutreffend.

An spitzen Gegenständen ist die elektrische Feldstärke naturgemäß sehr groß.
Demzufolge wird dort bevorzugt ein Blitzeinschlagpunkt sein.
Ein aus dem Rucksack herausragender Eispickel kann unter Umständen ein guter
Blitzableiter sein !!

Drahtseile in Klettersteigen sind noch bessere Blitzableiter. Die Blitzströme jagen hier
ungebremst von der Bergspitze bis ins Tal !

Schutzhütten aus Holz sind zwar ein hervorragender Regenschutz, stellen aber für
einen Blitz kein wesentliches Hindernis dar !
Falls nicht anders möglich gilt auch hier : in Hockstellung und geschlossenen Füßen
ist die Überlebenschance größer.

Zu Berge stehende Haare weisen auf eine sehr große elektrische Feldstärke hin.
Elektrisch geladene Teilchen wachsen dem Blitzkanal entgegen und versuchen einen Potentialausgleich
herbeizuführen.
Die Wahrscheinlichkeit eines Blitzeinschlages ist hier recht groß !!

Die Entfernung einer Blitzentladung zum eigenen Standort kann durch die Kenntnis der
Schallgeschwindigkeit in Luft ermittelt werden.
Diese ist abhängig von der Lufttemperatur, jedoch unabhängig vom Luftdruck.

♦ Schallgeschwindigkeit bei 20 °C : 343 m/s
Berechnung der Schallgeschwindigkeit bei anderen Temperaturen und rel. Luftfeuchte

Eine Gefahr zu erkennen ist bereits das halbe Leben !
Richtig zu handeln die andere Hälfte.




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